Lebenspool

Leben schreibt dir gar nichts vor,

Auf Suche, was man einst verlor.

Davor ist bloß des Lebens Ende,

Dann kommt eine große Wende.

 

Du denkst nicht und du fühlst nicht mehr.

Kein sitzen, liegen oder stehen,

Ein lauer Wind mag dich verwehen.

Hüllenlos, Gedankenfrei und Innen leer. 

 

Bist im Handeln gänzlich frei,

Ist am Ende nichts dabei,

Was dich mag halten in der Welt,

Was immer sie zusammenhält.

 

Kann man das noch Leben nennen?

Steigst auf, siehst deinen Körper brennen,

Was dich ans Dasein hat gebunden,

Ist gänzlich nun verschwunden.

 

Siehst du dort ein strahlend Licht,

Das durch der Geister Seele bricht?

Bleibst nicht lang an diesem Ort,

Es bläst dich weiter, trägt dich fort.

 

Geisterst nun im stillen 'rum,

Ein Meer von Zeiten spiegelt sich,

Die Welt, die sich dir einst gebar,

Du weilst schon lange nicht mehr da.

Doch jene sich mit dieser glich,

Vor langer Zeit als alles stumm.

 

Doch dich geht das schon nicht mehr an,

Als ein Fragment der großen Tat,

Suchst du wie jede Seele Rat.

Bei einem Gott, der für dich denkt,

Dich weise zu dem Ziele lenkt.

Das jedes Wesen muss erreichen.

Licht und Schatten, dann und wann,

Sich treffen, spüren und entweichen.

 

Begreifst, obzwar nicht denken kannst,

Musst dich ins Sein hinein begeben.

Mit fernem Lächeln dich entspannst,

Wiederholst den Brauch mit neuem Leben. 

 

 

2.3.07 08:33

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